Plätze

Großneumarkt (Neustadt)

Der Großneumarkt ist ein zentraler Platz in der Hamburger Neustadt. Hier münden die Straßen Alter Steinweg, Neuer Steinweg, Thielbek, Wexstraße, Markusstraße und die Erste Brunnenstraße ein. Die Schlachterstraße, die zum Michel führte, ist verschwunden. Der Platz gab dem umgebenden Quartier seinen Namen. Der Platz ist das Zentrum der im 17. Jahrhundert entstandenen Neustadt. Alle Straßen, die in die Neustadt führten, endeten hier. Es wird im Süden von der Ludwig-Erhard-Straße (ehemals Ost-West-Straße), im Westen vom Holstenwall und im Osten von der Kaiser-Wilhelm-Straße eingegrenzt. Die Einwohner bezeichnen es gerne als „Dorf zu Füßen des Michel“.

Das Quartier wurde von den Sanierungen der zwanziger Jahre und den Bomben des Zweiten Weltkrieges weitgehend verschont. Auch der große „Hamburger Brand“ hatte hier nicht gewütet. Hier gab es noch zahlreiche Fachwerkhäuser, unter anderem das älteste Lehmhaus der Stadt, deren Fassaden allerdings zum Teil verputzt waren. Da ein Erhalt jedoch unwirtschaftlich war, errichtete man die Peterstraße im alten Stil neu. Die später entstandenen hohen Bauten der Hamburger Sparkasse sowie die Bauten der Versicherung Deutscher Ring fügen sich nicht in das historische Flair mit ein. Durch den Neubau von Wohnblocks der Wohnungsbaugesellschaft SAGA in den 1980er Jahren sind die typischen engen Gassen, in Hamburg wegen ihrer Enge häufig „Gang“ genannt, verschwunden.

Ursprünglich war der Großneumarkt der zentrale Marktplatz im Viertel, wegen seiner Größe „Großer Neumarkt“ genannt; seit 1899 führt der Platz seinen heutigen Namen. Ein Wochenmarkt findet regelmäßig an zwei Wochentagen hier statt. Von der ursprünglichen Randbebauung sind einige klassizistische Bauten am nördlichen und östlichen Rand erhalten. Das umgebende Viertel hatte bis zum Zweiten Weltkrieg einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. In den Kohlhöfen lag die Synagoge. Kirchen weiterer Religionsgemeinschaften waren in unmittelbarer Umgebung. Ebenfalls in den Kohlhöfen eröffnete Hamburgs erste öffentliche Leihbücherei.

Am südlichen Rand lag die Schlachterstraße mit zwei jüdischen Wohnstiften, dem Marcus-Nordheim-Stift und dem Lazarus-Gumpel-Stift. Allein aus diesen Häusern wurden 169 Juden deportiert. Ausgehend von der Polizeirevierwache 14 und fünf weiteren Wachen wurden 1940 in der sogenannten „Zigeuneraktion“ 551 Roma und Sinti nach Polen deportiert. Anfang der 1950er-Jahre wurde die Schneise der Ost-West-Straße mitten durch das Viertel geschlagen und trennt den nördlichen vom südlichen Bereich des Viertels. Heute heißt dieser Teil Ludwig-Erhard-Straße. Seit 2003 erinnert eine Gedenktafel an die Erfindung der Currywurst, die in der Novelle von Uwe Timm beschrieben wird und hier nach der Überlieferung 1950 erstmals angeboten wurde.

    
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Neuer Pferdemarkt (St.Pauli)

Der Platz wurde im 19. Jahrhundert für einen Pferdemarkt genutzt und war bis 1841 Bestandteil der Straße Schulterblatt. Ab diesem Jahr erhielt er seinen jetzigen Namen, um diesen von dem Pferdemarkt in der Hamburger Altstadt zu unterscheiden. Der letztere erhielt übrigens im Todesjahr von Gerhart Hauptmann (1946) den Namen Gerhart-Hauptmann-Platz. 1813/14 entstanden am westlichen Rand des Platzes Wohnhäuser, deren rückwärtige Grundstücke teilweise gewerbelichen Zwecken in Verbindung mit dem Pferdemarkt dienten. Um den Platz herum siedelten sich "Kommisionäre", Tierärzte und 1840 eine Fabrik für Kutschen und Wagenaufbauten an. Diese Firma „F. SACHS & Sohn“ war unter der Hausnummer 27 am "Grünen Jäger" noch bis vor kurzem tätig. Die Werkstätten- Tankstellen- und Garagenanlage "Sauerberghof" von 1926 im Haus Beim Grünen Jäger 11/13 ist ebenfalls denkmalsgeschützt. Der innere Bereich des Platzes ist heute als kleiner, baumbestandener Grünzug ausgelegt, wobei der nördliche, von der Stresemannstraße abgeschnittene Zipfel als öffentlicher Kraftfahrzeugparkplatz ausgebaut ist.

    
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Gänsemarkt (Neustadt)

Das Gelände wurde 1373 vom damaligen Rat der Stadt für eine Erbpacht von 2½ Mark vom Domkapitel sowie vier Schillinge für den bremischen Erzbischof gepachtet, aber erst nach 1600 bebaut. Mit dem Bau der Hamburger Wallanlagen (1616–25) wurde hier bei Baubeginn ein Kalkhof zur Lagerung des Segeberger Kalkes eingerichtet. Noch heute heißt eine der Seitengassen auf der Nordostseite nach diesem Lagerplatz. Um 1650 erwarb Andreas Heinike das Grundstück Gänsemarkt 44 und errichtete dort eine Bäckerei, die an dieser Stelle bis heute fortgeführt wird. 1655 erhielt der Platz den Namen: „forum anserum“, seit 1709 ist die Bezeichnung: „Gänsemarkt“ üblich. Marktrechte haben hier jedoch nie bestanden. Vermutlich wurden von hier die Gänse vor das Dammtor getrieben. Eine andere Theorie führt den Namen auf den Besitzer eines anliegenden Grundstückes Ambrosius Gosen zurück.

Am 2. Januar 1678 wurde hier das Stadttheater als größtes bürgerliches Opernhaus des Barocks eingeweiht, an dem 1704 Georg Friedrich Händel als Geiger im Opernorchester arbeitete. 1722 bis 1738 wird das Haus von Georg Philipp Telemann geleitet. 1765 wurde das baufällige Opernhaus abgerissen und an seiner Stelle das Hamburger Nationaltheater errichtet, an dem am 22. April 1767 Lessing für drei Jahre die dramaturgische Leitung übernimmt. Im gleichen Jahr wird hier seine „Minna von Barnhelm“ uraufgeführt. Seit dem Abriss des Hamburger Mariendomes 1805 hatte hier bis 1881 der Hamburger Dom – ein Jahrmarkt zur Weihnachtszeit – seinen Platz, heute findet das „größte Volksfest des Nordens“ dreimal im Jahr auf dem Heiligengeistfeld statt. 1829 war der Kalkhof als Schwiegerstraße entstanden – benannt nach dem Vorbesitzer des Geländes, 1922 wurde diese in Kalkhof umbenannt. Hier entstand ein geschlossener Bordellbezirk, der durch den Tod des dänischen Königs Frederick VIII. am 13. Mai 1912 eine gewisse Berühmtheit erlangte.

Seit 1970 gibt es unter dem Gänsemarkt den gleichnamigen U-Bahnhof der Linie U2. 1986 wurde der Platz neu gestaltet, nachdem der Straßenbahnbetrieb 1978 eingestellt wurde. Das Lessing-Denkmal wurde dabei an seine heutige Stelle vor der Gerhofstraße versetzt. Die Gänsemarktpassage – eine inhäusige Ladenpassage über drei Ebenen – hin zu den Colonnaden entstand 1980, der u. a. das traditionsreiche Restaurant Emke weichen musste. In der einstöckigen Ladenfront war bis 1980 die Hauptgeschäftsstelle des Hamburger Abendblattes untergebracht, auch diese musste weichen und findet sich jetzt nebenan im Deutschlandhaus. In diesem Areal zwischen dem Gänsemarkt und den Colonnaden war 1772 ein englischer Reitstall entstanden, dessen Halle 1885 erneuert wurde.

           
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Fischmarkt (Altona)

Der Hamburger Fischmarkt wurde in seiner ursprünglichen Bedeutung auf dem Alten Fischmarkt in Hamburg-Altstadt betrieben. Er hat nichts mit dem berühmten Altonaer Fischmarkt zu tun. Erst in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts errichteten die Hamburger in der Vorstadt St. Pauli eine Auktionshalle. Einerseits rückte man in die Nähe Altonas, um für die Finkenwärder Fischer attraktiver zu werden. Andererseits erforderten die mengenmäßig größeren Anlandungen der neuen Fischdampfer neue Handelsformen, nämlich die Fischauktion. Die Konkurrenz der beiden Fischmärkte endete 1934 mit der Fusion der beiden Fischmarktgesellschaften zu der heutigen Fischmarkt Hamburg-Altona GmbH. Mit der Einrichtung neuer Kühlhallen, einer großen Räucherei und großzügiger Handels- und Lagerstätten wurde den gestiegenen Anforderungen der Fischversorgung Rechnung getragen. Die Hamburger Auktionshalle in St. Pauli wurde in den 1970er Jahren abgerissen, um den Ausbau des Hochwasserschutzes zu ermöglichen. Heute wird von See her kein Fisch mehr in Hamburg angelandet. Die Fischlieferungen kommen tiefgefroren per Flugzeug und LKW in den ehemaligen Fischereihafen. Der Hamburger Fischmarkt ist ein Service- und Lagerbetrieb für den Groß- und Einzelhandel. Der bei Touristen beliebte Altonaer Fischmarkt hingegen erfüllt auch heute noch eine wichtige wirtschaftliche und soziale Funktion für die 'kleinen Leute'. Die Einzelhändler des Fischmarktes bieten Großstädten an, einen Hamburger Fischmarkt als Event abzuhalten. Sie treten damit zum Beispiel in Stuttgart, Regensburg und Dresden auf.

     

Johannes-Brahms-Platz (Neustadt)

Am nach dem Komponisten benannten Platz stehen zwei imposante Gebäude: Die Laeisz-Halle auf der einen und das Brahmskontor auf der anderen Seit. Beide Gebäude haben eine Rotklinkerfassade. Im Brahmskontor und in den anderen Häusern befinden sich Büros - unter anderem von Rechtsanwälten, Medienfirmen, der Staatsanwaltschaft und der Elbphilharmonie. Daneben gibt es noch Restaurants und auch das Kellertheater Hamburg eV.

 

Fotos: JHreisen / Texte: JHreisen - Wikipedia / Daten, Links ohne Gewähr (03.2014)